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Energiewende lässt viele Fragen offen

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Seitdem die „durchgesickerte Erhöhung“ (Die ZEIT) der Ökostrom-Umlage nun offiziell ist, liest man täglich über neue Diskussionen und Ansätze, wie sich die Kosten der Energiewende in Maß halten lassen. Und wie man vor allem die Verbraucher und Privathaushalte entlasten kann. Steuersenkungen, Energiesparfonds zur Energieberatung, Stromspartarif… die Politik streitet mal wieder über den richtigen Weg – wenn es denn einen gibt.

Auf dem Deutschen Arbeitgebertag letzte Woche in Berlin wandte sich Merkel an die deutsche Industrie, die in Zukunft einen größeren Anteil der Lasten der Energiewende wird übernehmen müssen. Wirtschaftsexperten nehmen an, dass rund die Hälfte des Stromverbrauchs der Industrie bisher teilweise oder sogar vollständig von der Umlage freigestellt ist. Was ursprünglich für energieintensive Betriebe als sinnvoll erachtet war, ufert jetzt aus in verschiedenste Branchen. Fest steht: eine Überprüfung des EEG muss her, bestimmte Entlastungen müssen dringend zurückgenommen werden um wiederum Entlastungen für die Verbraucher zu schaffen.

Zu den steigenden Strompreisen für Verbraucher kommt die unmittelbare Betroffenheit durch den Netzausbau hinzu. So einig sich der Großteil der Bevölkerung über den Ausbau der erneuerbaren Energien ist, so wenig will man selbst direkt davon beeinträchtigt sein. Das NIMBY- Syndrom ist vor allem in der Energiepolitik sehr verbreitet: „Not In My Back Yard“! Oder bei Hochspannungsleitungen äußert sich der NOMBY: „Not Over My Back Yard“! Die Energiewende – faktisch ein massiver Ausbau der Infrastruktur Deutschlands. Und somit auch Partizipationsbedürftig.

Trotz allem Konfliktpotential: über das Ziel sind sich die meisten einig. Doch bis dahin bleibt die Energiewende ein großer Spagat zwischen unterschiedlichsten Akteuren mit Partikularinteressen.
Die erhöhte Ökostrom-Umlage war erst der Anfang, die Diskussion um Folgekosten des Atomausstiegs wird in den folgenden Jahren die politische Debatte bestimmen. Um noch mehr Gegenwind zu vermeiden, sollte nun vor allem eine gerechte Verteilung der Lasten in Vordergrund stehen, steigende Energiepreise müssen sozial verträglich gestaltet werden – wie kann das gelingen?

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  • Welche Schritte müssten jetzt nach Meinung der Energiemanager als erstes unternommen werden, damit die Preise nicht noch stärker steigen und die Energiewende trotzdem noch zum Erfolg wird?
  • Die steigenden Ökostrom-Umlage um fast 50 Prozent wird zum Anstoß für individuelles Energiesparen, umfangreiche Energieberatung wird immer entscheidender. Was muss nach Meinung der Energiemanager getan werden, damit das Thema Energiesparen in der breiten Bevölkerung ankommt?

Quellen
http://www.zeit.de/video/2012-10/1904294734001
http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-10/altmaier-eeg-reform
http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-10/altmaier-oekostrom-energiewende
http://www.welt.de/politik/deutschland/article110087600/Schlachthoefe-subventionieren-das-wollte-ich-nicht.html
http://www.freitag.de/autoren/bvb/mit-mut-nach-vorn
http://www.stern.de/wirtschaft/news/unternehmen/buergerbeteiligung-wird-bei-energiewende-zum-problem-1912085.html
http://www.welt.de/wirtschaft/article109856479/Altmaier-will-EEG-Umlage-fuer-Verbraucher-abmildern.html
http://höchstspannend.de/
http://www.wiwo.de/politik/deutschland/einblick-das-nimby-syndrom/5634100.html

Autor:

Julia Ebert studiert im Master Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation in Berlin. Während des Studiums hat sie u.a. im Bereich Unternehmenskommunikation, Public Affairs und Projekten zu Unternehmensgründungen in Südafrika mitgearbeitet.

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